5. Februar 2013

Runflats machen das Reserverad überflüssig

Mehr und mehr Fahrzeughersteller gehen dazu über, ihre Serienmodelle mit Runflats (Autoreifen mit Notlaufeigenschaften) auszustatten. Nachdem den selbsttragenden Reifen noch vor wenigen Jahren verkaufstechnisch die Luft auszugehen schien, erfreuen sie sich inzwischen wieder einer wachsenden Beliebtheit. So beträgt der Marktanteil der selbsttragenden Pneus im Pkw-Bereich inzwischen schon rund 30 Prozent. Tendenz: steigend.

Wie funktioniert ein Runflat-Reifen?

Verliert ein herkömmlicher Autoreifen Luft, so knicken die Seitenwände ein. Das Luftpolster geht verloren, der Wagen rollt quasi auf der Felge. Bei Runflats verhindern dies ein integrierter Felgen-Stützring und verstärkte Seitenwände. Auch ohne Luft ist der Reifen stabil genug, um mit maximal 80 km/h eine Strecke von rund 300 Kilometern gefahrlos zurückzulegen. Da eine Reifenpanne unter Umständen vom Fahrer gar nicht wahrgenommen wird, ist für die Nutzung von Runflats ein Reifendruckkontrollsystem vorgeschrieben. Dieses informiert den Fahrer über eine Anzeige im Cockpit, sobald der Druck eines Reifens abfällt.
Vor- und Nachteile von Runflat-Bereifung

Wer selbsttragende Reifen montiert hat, braucht kein Reserverad mit sich zu führen. Dies schafft viel Platz im Kofferraum. Auch das zusätzliche Gewicht des Ersatzrades, welches den Kraftstoffverbrauch erhöht, fällt weg. Unter dem Strich jedoch ist die Gewichtseinsparung nur gering, wiegen doch die Runflats aufgrund ihrer Konstruktion wesentlich mehr als herkömmliche Pkw-Reifen.

Neben dem Eigengewicht ist auch der Anschaffungspreis der selbsttragenden Bereifung vergleichsweise hoch. 20 bis 40 Prozent an Mehrkosten müssen für die Notlauf-Pneus eingeplant werden. Vor dem Kauf ist also ein sorgfältiger Vergleich verschiedener Reifenmodelle und –preise unbedingt zu empfehlen.

Bezüglich ihrer Fahreigenschaften können die stabilen Reifen nicht mit ihren plattbaren Vettern mithalten. So mindern die verstärkten Seitenwände die Federung der Pneus, was sowohl zu einem schlechteren Abrollkomfort als auch zu lauteren Fahrgeräuschen führt.

Achtung beim Reifenwechsel!

Sollen neue Runflats auf die Felgen gezogen werden, ist spezielles Können vonnöten. So mindern die Verstärkungen in der Flanke die Flexibilität des Reifens. Wird hier nicht sorgfältig gearbeitet, können schnell Materialschäden entstehen. Wer einen fachgerechten Reifenwechsel durchführen lassen möchte, sollte daher stets darauf achten, dass eine Werkstatt über das wdk-Zertifikat verfügt. Dieser Qualifizierungsnachweis von wdk (Wirtschaftsverband der Deutschen Kautschukindustrie e.V.) und BRV (Bundesverband Reifenhandel und Vulkanisierhandwerk e.V.) bescheinigt einem Fachbetrieb den professionellen und versierten Umgang mit Runflat-Produkten aller Art.


Dieser Artikel wurde verfaßt von

Toroleo




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