20. Juni 2012

Kasperbude ist eine abwertende Bezeichnung für ein Serienfahrzeug, welches durch geschmacklose und meist billige Auto-Zubehörteile z. B. aus dem Baumarkt (Baumarkt-Tuning) von seinem Besitzer “veredelt” wurde. Das Wort “Kasper” bezieht sich hierbei auf den Fahrer, “Bude” auf das Auto an sich. Die an einer Kasperbude verwendeten Tuning-Komponenten sind oft universell für jedes Fahrzeug verwendbar und verpassen dem Fahrzeug einen trashigen Look, der jedoch nicht dem Fusseltuning-Gedanken entspricht, sondern eher peinlich und unbeholfen wirkt, da nicht auf eigene Ideen, sondern auf universelles Zubehör und Massenware zurückgegriffen wird. Diese Fahrzeuge fallen im Straßenbild für die breite Masse negativ auf, da viele Komponenten optisch nicht zueinander passen oder übertrieben sind. Für das Exterieur werden oft z. B. große Heckflügel/Heckspoiler, verspoilerte Front- und Heckschürzen, Fake-Lufthutzen auf der Motorhaube (gerne auch in einer anderen Farbe oder unlackiert), Auspuffblenden, oder mit Chromspray behandelte Serien-Außenspiegel verwendet. Manche Fahrzeuge verfügen über eine auffällige Flip-Flop-Lackierung oder/und z. B. aufgeklebte Tribals und Heckscheibenaufkleber. Stümperhaft aufgeklebte Folien zur Verspiegelung oder Abdunklung der Scheiben sind keine Seltenheit. Das Design des Innenraums wird meist durch viele Fake-Chrom-Parts, universelle Zusatzinstrumente und bunte Sitzbezüge “aufgewertet”. Auffällig ist der Anteil der Basis-Fahrzeuge von asiatischen Herstellern, jedoch wird kein Hersteller ausgenommen. Die Motorleistungen entsprechen meist denen von Kleinwagen, also im Bereich von 33 bis 55 kW. Menschen mit Geschmack würden in diese Fahrzeuge nur mit Papiertüte über dem Kopf einsteigen.




One Response to “Kasperbude”

  1. outrage Says:

    In Motorradfahrerkreisen ist Kasperbude die Bezeichnung für den BMW C1, wegen der formalen Ähnlichkeit mit einem Kinder-Kasperltheater.

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